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Lektionen · Fortgeschritten

Diatonische Harmonik - Akkorde einer Tonart und Stufenzahlen

Welche Akkorde zu einer Tonart gehören, wie du sie mit römischen Ziffern benennst und welche Aufgabe jeder Akkord hat.

Warum klingen manche Akkorde in einem Song „richtig" zusammen, während andere fehl am Platz wirken? Meistens liegt es daran, dass die Akkorde aus derselben Tonleiter stammen. Diatonische Harmonik bedeutet, Akkorde ausschließlich aus den Tönen einer Tonart zu bauen. Kennst du das Muster, kannst du die Akkorde eines beliebigen Songs in jeder Tonart vorhersagen, sofort transponieren und verstehen, warum Akkordfolgen funktionieren.

Bevor du anfängst, solltest du die Dur-Tonleiter, Dreiklänge und Septakkorde kennen.

Dreiklänge auf jeder Tonleiterstufe aufbauen

Nimm die C-Dur-Tonleiter - C D E F G A H - und schichte auf jeden Ton einen Dreiklang, nur mit Tönen der Tonleiter (jeder zweite Ton):

Stufe1234567
TöneC E GD F AE G HF A CG H DA C EH D F
AkkordCDmEmFGAmHdim
QualitätDurMollMollDurDurMollvermindert
ZifferIiiiiiIVVvivii°

Dieses Muster - Dur, Moll, Moll, Dur, Dur, Moll, vermindert - ist in jeder Durtonart identisch, weil jede Dur-Tonleiter dasselbe Schrittmuster hat.

Die sieben diatonischen Dreiklänge von C-Dur

  1. IC
  2. iiDm
  3. iiiEm
  4. IVF
  5. VG
  6. viAm
  7. vii°Hdim

Römische Ziffern

Römische Ziffern benennen einen Akkord nach seiner Tonleiterstufe statt nach seinem Buchstabennamen:

  • Großbuchstaben (I, IV, V) = Durdreiklang
  • Kleinbuchstaben (ii, iii, vi) = Molldreiklang
  • Kleinbuchstaben mit ° (vii°) = verminderter Dreiklang
  • Großbuchstaben mit + (III+) = übermäßiger Dreiklang

Der große Vorteil: Ziffern funktionieren in jeder Tonart. „I - vi - IV - V" ist C - Am - F - G in C-Dur, G - Em - C - D in G-Dur und E - Cism - A - H in E-Dur. Musiker nutzen Ziffern, um über Akkordfolgen zu sprechen, spontan zu transponieren und Songs zu analysieren.

TonartIiiiiiIVVvivii°
CCDmEmFGAmHdim
GGAmHmCDEmFisdim
DDEmFismGAHmCisdim
AAHmCismDEFismGisdim
EEFismGismAHCismDisdim
FFGmAmBCDmEdim
BBCmDmEsFGmAdim

Diatonische Septakkorde

Setze auf jeden Dreiklang den nächsten Tonleiterton, und du erhältst die diatonischen Septakkorde:

StufeIiiiiiIVVvivii
C-DurCmaj7Dm7Em7Fmaj7G7Am7Hm7b5
ZifferImaj7ii7iii7IVmaj7V7vi7viiø7
Qualitätmaj7m7m7maj77m7m7b5

Beachte noch einmal: In einer Durtonart gibt es nur einen Dominantseptakkord (V7). Wenn du G7 hörst, steuert die Musik sehr wahrscheinlich auf C zu.

Harmonische Funktionen: Tonika, Subdominante, Dominante

Jeder Akkord hat eine Aufgabe. Die Theorie fasst die diatonischen Akkorde in drei Funktionen zusammen:

FunktionWirkungHauptakkordStellvertreter
Tonika (T)Zuhause, Ruhe, StabilitätIvi, iii
Subdominante (S) / PrädominanteWegbewegung, VorbereitungIVii
Dominante (D)Spannung, will sich auflösenV (V7)vii°

Akkorde mit gleicher Funktion teilen Töne. Am (vi) hat zwei Töne mit C (I) gemeinsam, kann also die Tonika vertreten. Dm (ii) teilt zwei Töne mit F (IV). Hdim (vii°) ist G7 ohne Grundton und wirkt daher als Dominante.

Warum die Dominante so stark zieht

Der V-Akkord enthält den Leitton (H in C-Dur), einen Halbton unter der Tonika. V7 fügt die 4. Stufe (F) hinzu, die mit H einen Tritonus bildet. Bei der Auflösung steigt H nach C und F fällt nach E - beide um einen Halbton. Dieser doppelte Sog ist der Motor der tonalen Musik.

Der Grundzyklus: T - S - D - T

Die meisten Akkordfolgen folgen dem Zyklus Tonika - Subdominante - Dominante - Tonika:

  • I - IV - V - I (C - F - G - C)
  • I - ii - V - I (C - Dm - G - C)
  • I - vi - ii - V (C - Am - Dm - G)

Tonika - Subdominante - Dominante - Tonika in C

  1. IC
  2. viAm
  3. iiDm
  4. V7G7
  5. IC

Von der Dominante zurück zur Subdominante zu gehen (V - IV) ist im Blues und Rock üblich und klingt dort natürlich, in der klassischen Harmonik ist es aber eine schwächere Bewegung. Zu Schlüssen und Phrasentypen siehe Kadenzen.

Akkorde in einer Molltonart

Natürlich Moll

Baust du Dreiklänge auf a-Moll natürlich (A H C D E F G), erhältst du dieselben Akkorde wie in C-Dur, nur beginnend bei Am:

Stufe1234567
AkkordAmHdimCDmEmFG
Zifferiii°IIIivvVIVII
SeptakkordAm7Hm7b5Cmaj7Dm7Em7Fmaj7G7

Das Muster in jeder Molltonart: Moll, vermindert, Dur, Moll, Moll, Dur, Dur.

Die Dominante in harmonisch Moll

In natürlich Moll ist der v-Akkord (Em) Moll und hat keinen Leitton, löst sich also nur schwach auf. In der Praxis erhöht Mollmusik fast immer die 7. Stufe (G zu Gis) und leiht sich damit aus harmonisch Moll. Das verändert drei Akkorde:

StufeNatürlich MollMit erhöhter 7. Stufe (harmonisch Moll)
IIICC+ (C E Gis) - selten
vEmE (E Gis H), E7 (E Gis H D)
viiGGisdim (Gis H D), Gisdim7 (Gis H D F)

Das Dur-V und V7 geben Molltonarten eine starke Dominante, genau wie in Dur. Der daraus entstehende Standardsatz in Moll lautet: i - ii° - III - iv - V - VI - vii°, wobei VII (G) weiterhin verwendet wird, besonders in Rock und Folk.

a-Moll mit der Dominante V7 aus harmonisch Moll: Am, Dm, E7, Am

  1. iAm
  2. ivDm
  3. V7E7
  4. iAm

Septakkorde und Funktionen in Moll

  • Tonika: i (Am, Am7), VI (F)
  • Subdominante: iv (Dm7), ii° (Hm7b5)
  • Dominante: V7 (E7), vii°7 (Gisdim7)

Das ii - V - i in Moll - Hm7b5 - E7 - Am - ist das Gegenstück zum ii - V - I in Dur.

WerkzeugeAkkordfolgen-PlayerSpiele gängige Akkordfolgen in jeder Tonart und jedem Tempo zum Üben, Jammen oder Schreiben.

Die Tonart eines Songs finden

Diatonische Harmonik funktioniert auch umgekehrt. Wenn ein Song G, C, D und Em verwendet, suche die Tonart, die alle vier enthält: G-Dur (I, IV, V, vi). Ein E-Dur-Akkord zwischen Am, Dm und C deutet auf a-Moll mit einer Dominante aus harmonisch Moll hin. Der Tonart-Finder erledigt das für dich, aber es von Hand zu tun, ist hervorragende Übung.

Üben

  1. Schreibe die diatonischen Dreiklänge und Septakkorde in G-, F- und D-Dur mit römischen Ziffern auf. Kontrolle: In F-Dur ist IV gleich B und vii° gleich Edim; in D-Dur ist V7 gleich A7.
  2. Schreibe die Akkorde von e-Moll und d-Moll auf, einschließlich der Dominante V7 aus harmonisch Moll. Kontrolle: e-Moll V7 = H7 (H Dis Fis A); d-Moll V7 = A7 (A Cis E G).
  3. Spiele I - vi - IV - V und i - iv - V7 - i in je drei Tonarten.
  4. Beschrifte jeden Akkord in dieser Folge mit Ziffer und Funktion: G - Em - Am - D7 - G. (Lösung: I T, vi T, ii S, V7 D, I T in G-Dur.)
  5. Nimm einen einfachen Song, den du kennst, und schreibe seine Akkorde als römische Ziffern auf.

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