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Lektionen · Fortgeschritten

Septakkorde - maj7, 7, m7, m7b5, dim7 und mehr

Wie man die wichtigsten Septakkorde baut und benennt, wie jeder klingt und wo er eingesetzt wird.

Setze eine weitere Terz auf einen Dreiklang, und du erhältst einen Septakkord (Vierklang): Grundton, Terz, Quinte und Septime. Dieser vierte Ton bringt Farbe und bei manchen Akkorden einen starken Drang zur Weiterbewegung. Septakkorde sind das tägliche Vokabular von Jazz, Soul, R&B, Bossa Nova und viel Pop - und der Dominantseptakkord ist in klassischer Musik, Blues und Rock genauso zentral.

Wie Septakkorde aufgebaut sind

Ein Septakkord ist ein Dreiklang plus eine Septime über dem Grundton. Zwei Dinge bestimmen seinen Namen:

  1. Der Dreiklang darunter (Dur, Moll, vermindert oder übermäßig).
  2. Die Art der Septime darüber: große Septime (11 Halbtöne über dem Grundton), kleine Septime (10 Halbtöne) oder verminderte Septime (9 Halbtöne).
AkkordSymbol auf CDreiklangSeptimeFormelTöne
Großer SeptakkordCmaj7Durgroße Septime1 3 5 7C E G H
DominantseptakkordC7Durkleine Septime1 3 5 b7C E G B
MollseptakkordCm7Mollkleine Septime1 b3 5 b7C Es G B
HalbvermindertCm7b5 / Cøvermindertkleine Septime1 b3 b5 b7C Es Ges B
Verminderter SeptakkordCdim7 / C°7vermindertverminderte Septime1 b3 b5 bb7C Es Ges Heses
Moll-Dur-SeptakkordCmMaj7Mollgroße Septime1 b3 5 7C Es G H
Übermäßiger SeptakkordC7#5 / C+7übermäßigkleine Septime1 3 #5 b7C E Gis B
Übermäßiger großer SeptakkordCmaj7#5übermäßiggroße Septime1 3 #5 7C E Gis H

Achte auf die häufigste Verwechslung: "7" allein bedeutet eine kleine Septime (Dominantseptakkord). Nur "maj7" bedeutet eine große Septime.

Die fünf wichtigsten Septakkorde

Großer Septakkord (maj7)

Weich, warm, verträumt. Die große Septime liegt einen Halbton unter der Oktave und gibt ein sanftes Schimmern ohne Spannung.

  • Symbole: Cmaj7, CM7, CΔ7
  • Beispiele: Fmaj7 = F A C E, Gmaj7 = G H D Fis, Esmaj7 = Es G B D.
  • Funktion: die Akkorde I und IV einer Durtonart.
C-Major-Septakkord (Cmaj7) – Gitarrengriffbild
C-Major-Septakkord (Cmaj7)

C – E – G – H

Dominantseptakkord (7)

Bluesig und rastlos. Zwischen der Terz und der b7 liegt ein Tritonus (H und F in G7), das instabilste Intervall der tonalen Musik. Er will sich auflösen: in G7 nach C steigt H nach C und F fällt nach E.

  • Symbol: C7
  • Beispiele: G7 = G H D F, D7 = D Fis A C, E7 = E Gis H D, B7 = B D F As.
  • Funktion: der V. Akkord - er zieht stark zur Tonika. Im Blues kann jeder Akkord ein Dominantseptakkord sein, eingesetzt für Farbe statt für Auflösung.
G-Dominantseptakkord (G7) – Gitarrengriffbild
G-Dominantseptakkord (G7)

G – H – D – F

Mollseptakkord (m7)

Mild, geschmeidig, entspannt - weniger dramatisch als ein einfacher Moll-Dreiklang.

  • Symbole: Cm7, Cmin7, C-7
  • Beispiele: Am7 = A C E G, Dm7 = D F A C, Em7 = E G H D, Fism7 = Fis A Cis E.
  • Funktion: die Akkorde ii, iii und vi einer Durtonart; i in dorischer oder äolischer Musik.

Halbverminderter Akkord (m7b5)

Dunkel und suchend. Ein verminderter Dreiklang mit einer kleinen Septime darüber.

  • Symbole: Cm7b5, Cø, Cø7
  • Beispiele: Hm7b5 = H D F A, Fism7b5 = Fis A C E, Dm7b5 = D F As C.
  • Funktion: vii in einer Durtonart und vor allem ii in einer Molltonart: Hm7b5 - E7 - Am ist die klassische Moll-ii - V - i.

Verminderter Septakkord (dim7)

Gespannt, dramatisch, spannungsvoll. Er stapelt drei kleine Terzen, sodass alle vier Töne gleich weit auseinanderliegen. Seine Septime ist eine verminderte Septime - enharmonisch derselbe Klang wie eine große Sexte -, weshalb Cdim7 als C Es Ges Heses geschrieben, aber oft als C Es Ges A gespielt wird.

  • Symbole: Cdim7, C°7
  • Beispiele: Hdim7 = H D F As, Gisdim7 = Gis H D F, Cisdim7 = Cis E G B.
  • Funktion: vii°7 in harmonischem Moll (Gisdim7 nach Am) und als Durchgangsakkord zwischen zwei Akkorden im Ganztonabstand (C - Cisdim7 - Dm).
H-vermindert-Septakkord - H, D, F, As

Weil er symmetrisch ist, gibt es nur drei verschiedene dim7-Klänge. Hdim7, Ddim7, Fdim7 und Asdim7 enthalten dieselben vier Tonhöhen - nur die Schreibweise ändert sich.

Weitere wissenswerte Septakkorde

Moll-Dur-Septakkord (mMaj7)

Ein Moll-Dreiklang mit großer Septime: C Es G H. Geheimnisvoll, filmisch, unaufgelöst. Er ist der i-Akkord des harmonischen und melodischen Moll und erscheint in absteigenden Linien wie Cm - CmMaj7 - Cm7 - Cm6, in denen eine Stimme in Halbtonschritten abwärts gleitet (C, H, B, A).

  • Symbole: CmMaj7, Cm(maj7), C-Δ7

7sus4

Ein Dominantseptakkord, bei dem die Terz durch die Quarte ersetzt ist: C F G B. Er mildert den Dominantzug und ist in Funk, Soul und modalem Jazz verbreitet.

Übermäßiger Septakkord (7#5)

Ein Dominantseptakkord mit erhöhter Quinte: C E Gis B. Die #5 drängt aufwärts zur Terz des nächsten Akkords - C7#5 nach F, wobei Gis nach A geht.

Sextakkorde

C6 (C E G A) und Cm6 (C Es G A) fügen eine Sexte statt einer Septime hinzu. Sie sind keine Septakkorde, erfüllen aber dieselbe Rolle einer reicheren Tonika, besonders in Swing und älteren Pop-Stilen.

Septakkorde in einer Durtonart

Vier Töne auf jeder Stufe der C-Dur-Tonleiter zu stapeln ergibt in jeder Durtonart dasselbe Muster:

StufeImaj7ii7iii7IVmaj7V7vi7viiø7
C-DurCmaj7Dm7Em7Fmaj7G7Am7Hm7b5
G-DurGmaj7Am7Hm7Cmaj7D7Em7Fism7b5

Es gibt in jeder Durtonart nur einen Dominantseptakkord - auf der 5. Stufe. Deshalb zeigt ein Dominantseptakkord so klar auf seine Tonart. Höre dir die wichtigste Septakkordfolge von allen an, die ii - V - I:

ii - V - I in C: Dm7, G7, Cmaj7

  1. ii7Dm7
  2. V7G7
  3. Imaj7Cmaj7

Auf dem Bass

Auf dem Bass wird ein Septakkord zu einem vierstimmigen Arpeggio, 1-3-5-7. Wenn du die Griffbilder für maj7, 7, m7 und m7b5 kennst, kannst du jede Akkordtabelle umspielen. Hier ist die ii–V–I in C, in einem Bereich des Griffbretts gespielt, sodass sich die Hand kaum bewegt:

Dm7 (D F A C), G7 (G H D F) und Cmaj7 (C E G H)

Dieselben Akkordtöne sind das Rohmaterial einer Walking-Basslinie: Grundton auf Schlag 1, weitere Akkordtöne auf den Schlägen 2 und 3 und ein Annäherungston auf Schlag 4. Höre eine erzeugte Walking-Linie über der ii–V–I:

ii–V–I in C mit Walking-Basslinie

  1. ii7Dm7
  2. V7G7
  3. Imaj7Cmaj7
  4. Imaj7Cmaj7

Walking-Basslinie

Weiter geht es mit Arpeggien auf dem Bass und Walking Bass.

Üben

  1. Bilde Cmaj7, C7, Cm7, Cm7b5 und Cdim7, dann dasselbe auf F, G und D. Kontrolle: Gm7b5 = G B Des F; Dmaj7 = D Fis A Cis; Fdim7 = F As Ces Eses (meist gespielt als F As H D).
  2. Spiele C7 mit Auflösung nach F, dann G7 mit Auflösung nach C. Beobachte, wie die Terz einen Halbton aufwärts und die Septime abwärts geht.
  3. Spiele die ii - V - I in drei Tonarten: C, F und B.
  4. Benenne: A Cis E G, E G H D, Fis A C E, D Fis A Cis. (Antworten: A7, Em7, Fism7b5, Dmaj7.)

Werkzeuge und zum Weiterlernen: