Lektionen · Fortgeschritten
Bass-Tonleitern und Modi: Lagen, Formen und Einsatz
Spiele Dur-, Moll-, Pentatonik- und Blues-Tonleitern in Lage auf dem Bass und lerne dann, welcher Modus zu welchem Akkord passt.
Tonleitern sind die Landkarte, die einen Akkordton mit dem nächsten verbindet. Ein Bassist spielt in einem Song selten eine Tonleiter von unten nach oben, aber jeder Durchgangston, jeder Fill und jede Walking-Linie stammt aus einer. Diese Lektion zeigt, wie du Tonleitern in Lage auf einem 4-Saiter-Bass (E1 A1 D2 G2) spielst, welche Formen du zuerst lernen solltest und wie du für jeden Akkord die passende Tonleiter oder den passenden Modus wählst.
Lagenspiel und ein Finger pro Bund
Eine Lage wird nach dem Bund benannt, auf dem dein Zeigefinger sitzt. In der 5. Lage deckt Finger 1 den 5. Bund ab, Finger 2 den 6., Finger 3 den 7. und Finger 4 den 8. Bund. Das nennt man ein Finger pro Bund, und so spielst du eine ganze Oktave und mehr, ohne die Hand zu bewegen.
| Lage | Finger 1 | Finger 2 | Finger 3 | Finger 4 |
|---|---|---|---|---|
| 2. | 2. Bund | 3. Bund | 4. Bund | 5. Bund |
| 5. | 5. Bund | 6. Bund | 7. Bund | 8. Bund |
| 7. | 7. Bund | 8. Bund | 9. Bund | 10. Bund |
In den untersten Bünden sind die Abstände groß, deshalb nutzen viele Spieler dort das „1-2-4"-System: Finger 3 und 4 arbeiten zusammen als einer, und die Hand deckt drei statt vier Bünde ab. Ab etwa dem 5. Bund aufwärts wird ein Finger pro Bund bequem.
Die Dur-Tonleiter-Form
Der nützlichste Fingersatz für die Dur-Tonleiter beginnt mit Finger 2 auf dem Grundton. Hier G-Dur in der 2. Lage, Grundton auf der E-Saite im 3. Bund:
Die Töne sind G A H C D E Fis G. Dieselbe Form eine Saite höher ergibt C-Dur mit dem Grundton auf der A-Saite im 3. Bund:
In der G-Lage erreichst du auch das Fis unter dem Grundton auf der E-Saite im 2. Bund sowie A und H über der Oktave auf der G-Saite im 2. und 4. Bund. Lerne immer die Töne um die Form herum, nicht nur von Grundton zu Grundton: Echte Basslinien gehen ständig unter den Grundton.
Das Diagramm zeigt G-Dur über die ersten zwölf Bünde. Suche die Form in der 2. Lage und finde sie dann wieder mit dem Grundton auf der A-Saite im 10. Bund und auf der E-Saite im 15. Bund (nicht abgebildet, oberhalb des 12. Bunds).
Moll, Pentatonik und Blues auf dem Bass
Natürliches Moll
Die natürliche Moll-Tonleiter passt perfekt in „ein Finger pro Bund" mit dem Grundton unter Finger 1. a-Moll in der 5. Lage:
A H C D E F G A. Das sind dieselben Töne wie in C-Dur, nur von A aus gespielt (seine Paralleltonart).
Pentatonische Tonleitern
Die Pentatoniken lassen zwei Töne weg und ergeben eine Form mit zwei Tönen pro Saite. Sie sind die sichersten Tonleitern für Fills, weil sie keine Halbtonschritte enthalten, die mit dem Akkord reiben könnten.
Die C-Dur-Pentatonik (C D E G A) nutzt dieselben fünf Töne wie die a-Moll-Pentatonik. Ab der A-Saite: C im 3. Bund, D im 5. Bund, E im 2. Bund der D-Saite, G im 5. Bund der D-Saite, A im 2. Bund der G-Saite und C im 5. Bund der G-Saite.
Die Blues-Tonleiter
Füge der Moll-Pentatonik die verminderte Quinte hinzu (Es in A) und du erhältst die Blues-Tonleiter. Auf dem Bass funktioniert die Blue Note am besten als Durchgangston zwischen der Quarte und der Quinte:
| Tonleiter | Formel | Töne in A | Wo ein Bassist sie nutzt |
|---|---|---|---|
| Natürliches Moll | 1 2 b3 4 5 b6 b7 | A H C D E F G | Songs in Moll, Balladen |
| Moll-Pentatonik | 1 b3 4 5 b7 | A C D E G | Rock, Funk, Blues-Riffs |
| Dur-Pentatonik | 1 2 3 5 6 | A H Cis E Fis | Country, Pop, Gospel-Linien |
| Blues | 1 b3 4 b5 5 b7 | A C D Es E G | Blues- und Rock-Fills |
| Harmonisch Moll | 1 2 b3 4 5 b6 7 | A H C D E F Gis | V-Akkord (E7) in Moll |
Die Modi und welche Akkorde dazu passen
Die sieben Modi der Dur-Tonleiter verwenden dieselben Töne, beginnen aber jeweils auf einer anderen Stufe, sodass jeder seinen eigenen Klang hat und zu seinem eigenen Akkord passt. Für einen Bassisten lautet die praktische Frage: „Welche Töne sind auf diesem Akkord zwischen den Akkordtönen sicher?"
| Modus | Gebaut auf Stufe | Formel | Passt zu Akkord | Charakter |
|---|---|---|---|---|
| Ionisch | 1 | 1 2 3 4 5 6 7 | maj7 (I) | Schlichtes Dur |
| Dorisch | 2 | 1 2 b3 4 5 6 b7 | m7 (ii) | Moll mit heller Sexte, Funk und Soul |
| Phrygisch | 3 | 1 b2 b3 4 5 b6 b7 | m7 (iii) | Dunkel, spanisch klingende b2 |
| Lydisch | 4 | 1 2 3 #4 5 6 7 | maj7 (IV) | Verträumte #4 |
| Mixolydisch | 5 | 1 2 3 4 5 6 b7 | 7 (V) | Dur mit bluesiger b7 |
| Äolisch | 6 | 1 2 b3 4 5 b6 b7 | m7 (vi) | Natürliches Moll |
| Lokrisch | 7 | 1 b2 b3 4 b5 b6 b7 | m7b5 (vii) | Instabil, selten als Tonart |
In C-Dur heißt das: C-Ionisch über Cmaj7, D-Dorisch über Dm7, E-Phrygisch über Em7, F-Lydisch über Fmaj7, G-Mixolydisch über G7, A-Äolisch über Am7 und H-Lokrisch über Hm7b5. Die ganze Theorie findest du in der Lektion zu den Modi.
Dorisch gegen Äolisch
Beides sind Moll-Modi, und auf dem Bass unterscheiden sie sich in einem Ton. Vergleiche A-Dorisch (Fis) mit A-Äolisch (F):
Wenn die Band im Funk-Stil auf einem einzigen Mollakkord vampt, ist Dorisch meist die bessere Wahl, denn seine große Sexte klingt hell und offen. In einem Song in Moll, in dem der VI-Akkord (F in a-Moll) vorkommt, passt Äolisch zur Harmonie.
So sieht A-Dorisch in einer Bassstimme aus (eine Oktave über der klingenden Tonhöhe notiert):
Mixolydisch für Dominantakkorde
Ein Dominantseptakkord braucht eine große Terz und eine kleine Septime, und Mixolydisch ist die Tonleiter, die beides hat. G-Mixolydisch mit der Dur-Form, F statt Fis:
Wann ein Bassist welche Tonleiter nutzt
Tonleitern auf dem Bass dienen vor allem dazu, Akkordtöne zu verbinden. Setze Grundtöne, Quinten und Terzen auf die betonten Zählzeiten (1 und 3) und fülle die unbetonten mit Skalentönen, die zum nächsten Akkord führen.
| Situation | Erste Wahl | Auch probieren |
|---|---|---|
| Pop oder Rock in Dur | Dur-Tonleiter der Tonart | Dur-Pentatonik |
| Song in Moll | Natürliches Moll (Äolisch) | Moll-Pentatonik |
| Funk-Vamp auf einem Mollakkord | Dorisch | Moll-Pentatonik |
| Dominantseptakkord, Blues | Mixolydisch | Blues-Tonleiter, Dur-Pentatonik plus b7 |
| ii-V-I im Jazz | Dorisch, Mixolydisch, Ionisch | Chromatische Annäherungstöne |
| m7b5-Akkord | Lokrisch | Nur Arpeggio |
| V7-Akkord in Moll | Harmonisch Moll von der Tonika | Arpeggio des V7 |
Eine gute Gewohnheit: Siehst du einen neuen Akkord, spiele zuerst sein Arpeggio, dann die Tonleiter darum herum. Das Arpeggio sagt dir, wo du landest, die Tonleiter, wie du hinkommst.
Übungen
- Lagen-Drill: Spiele die G-Dur-Form in der 2. Lage und verschiebe sie dann Bund für Bund durch alle Durtonarten bis zum 9. Bund.
- Parallelen-Paare: Spiele C-Dur ab der A-Saite, dann a-Moll in der 5. Lage, und beobachte, dass beide alle Töne teilen.
- Modus nach Akkord: Lass im Progressions-Player Dm7 G7 Cmaj7 in Schleife laufen und spiele über jedem Akkord D-Dorisch, G-Mixolydisch und C-Ionisch.
- Pentatonik-Fills: Spiele drei Zählzeiten lang Grundtöne und auf Zählzeit 4 einen Fill aus zwei Pentatonik-Tönen.
- Entdecken: Schau dir jede Tonleiter dieser Lektion mit dem Skalen-Explorer auf dem Bass-Hals an.
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Tonleiter-Seiten: G-Dur, a-Moll natürlich, a-Moll-Pentatonik, A-Blues, D-Dorisch, G-Mixolydisch.
Werkzeuge: Skalen-Explorer, Griffbrett-Trainer, Metronom.
Übungen: Bass-Dur-Tonleiter, Dur-Tonleiter-Lagen, Bass-Pentatonik, Bass chromatisch, Bass-Griffbrett 2, Tonleitern bilden.
Folge dem 8-Wochen-Bass-Pfad für Fortgeschrittene, um diese Formen Schritt für Schritt zu üben.