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Lektionen · Anfänger

Bassschlüssel lesen für Bassisten: Vom Notensystem zum Griffbrett

Lerne Standardnotation auf dem Bass: Linien und Zwischenräume im Bassschlüssel, jede Note einer Saite und einem Bund zuordnen und eine tägliche Leseroutine aufbauen.

Die Tabulatur sagt dir, wohin du die Finger setzt. Die Standardnotation sagt dir, was und wann du spielst: die genaue Tonhöhe, den genauen Rhythmus, die Pausen, die Dynamik. Die meisten Basspartien für Big Bands, Theater, Studioarbeit und viele Schulen sind im Bassschlüssel notiert, und wer ihn lesen kann, erschließt Musik, die nie als Tabulatur erscheint. Die gute Nachricht: Ein 4-Saiter-Bass deckt einen kleinen Tonumfang ab, du musst also nur etwa zwei Dutzend notierte Töne lernen, um fast alles zu lesen.

Der Bassschlüssel

Der Bassschlüssel, auch F-Schlüssel genannt, ist das Zeichen mit zwei Punkten am Anfang des Notensystems. Die zwei Punkte umschließen die vierte Linie von unten, die den Ton F bezeichnet. Von dort aus wird jeder andere Ton abgezählt.

Die fünf Linien von unten nach oben sind G, H, D, F, A. Eine gängige Eselsbrücke ist „Gute Hunde dürfen frei atmen".

Die Linien im Bassschlüssel: G, H, D, F, A

Die vier Zwischenräume von unten nach oben sind A, C, E, G: „Alle Cellisten essen Gurken".

Die Zwischenräume im Bassschlüssel: A, C, E, G

Setzt du Linien und Zwischenräume zusammen, entsteht ein fortlaufendes Alphabet: G (Linie), A (Zwischenraum), H (Linie), C (Zwischenraum), D (Linie) und so weiter. Der Weg von einer Linie zum nächsten Zwischenraum darüber ist immer ein Buchstabenschritt.

Der Bass klingt eine Oktave tiefer als notiert

Das ist die wichtigste Tatsache für Bassisten beim Notenlesen: E-Bass und Kontrabass klingen eine Oktave tiefer als notiert. Die Musik wird eine Oktave höher geschrieben, damit sie im Notensystem liegt und nicht weit darunter an vielen Hilfslinien hängt.

Leere SaiteNotierter TonPosition im SystemKlingende Tonhöhe
E (4.)E2Erste Hilfslinie unter dem SystemE1
A (3.)A2Unterster ZwischenraumA1
D (2.)D3Mittlere LinieD2
G (1.)G3Oberster ZwischenraumG2
Die vier leeren Saiten, wie sie für Bass notiert werden (sie klingen eine Oktave tiefer)

Du musst beim Spielen nichts „transponieren". Lerne einfach, dass das notierte E auf der ersten Hilfslinie unter dem System deine leere E-Saite ist. Der Oktavunterschied ist in der Konvention eingebaut. Er spielt nur eine Rolle, wenn du eine Stimme liest, die nicht für Bass geschrieben wurde, etwa die linke Hand einer Klavierpartitur: Dort kannst du die Töne wie notiert spielen, sie kommen dann eine Oktave tiefer heraus, was meist gut klingt, oder du gehst eine Oktave hinauf, wenn die Linie zu matschig wird.

Vom Notensystem aufs Griffbrett

Jeder notierte Ton hat auf dem Hals ein Zuhause. In der ersten Lage (Zeigefinger im 1. Bund, mit den Bünden 0 bis 4 und den leeren Saiten) deckt jede Saite eine Gruppe benachbarter Töne des Notensystems ab:

Notierter TonPosition im SystemSaite und Bund
E21. Hilfslinie untenE-Saite, leer
F2Raum unter dem SystemE-Saite, 1. Bund
G2Unterste LinieE-Saite, 3. Bund
A2Unterster ZwischenraumA-Saite, leer
H22. LinieA-Saite, 2. Bund
C32. ZwischenraumA-Saite, 3. Bund
D3Mittlere LinieD-Saite, leer
E33. ZwischenraumD-Saite, 2. Bund
F34. Linie (zwischen den Punkten)D-Saite, 3. Bund
G3Oberster ZwischenraumG-Saite, leer
A3Oberste LinieG-Saite, 2. Bund
H3Raum über dem SystemG-Saite, 4. Bund
C41. Hilfslinie obenG-Saite, 5. Bund

Dieselben Stammtöne in den unteren Bünden des Halses:

Stammtöne in der ersten Lage auf einem 4-Saiter-Bass

Lies die C-Dur-Tonleiter im Notensystem und spiele sie mit der Tabulatur darunter. Beachte, wie jede neue Saite mit einer leeren Saite auf dem nächsten Orientierungston beginnt: A im untersten Zwischenraum, D auf der mittleren Linie, G im obersten Zwischenraum.

C-Dur-Tonleiter, wie für Bass notiert
Dieselbe C-Dur-Tonleiter in der ersten Lage: A-Saite 3. Bund bis G-Saite 5. Bund

Viele Töne haben mehr als einen Platz. Das notierte D3 ist die leere D-Saite, aber auch der 5. Bund der A-Saite. C4 ist der 5. Bund der G-Saite, aber auch der 10. Bund der D-Saite. Wähle die Lage, in der deine Hand ruhig bleibt, und nutze die Fünf-Bund-Regel (5. Bund = nächste leere Saite), um zwischen ihnen zu wechseln.

Hilfslinien

Noten über oder unter dem System werden auf kurzen Zusatzlinien geschrieben, den Hilfslinien. Für einen 4-Saiter-Bass in Standardstimmung brauchst du unten nur eine Hilfslinie: die leere E-Saite. Oben erscheinen Hilfslinien, wenn du hoch auf der G-Saite spielst.

Töne über dem System auf Hilfslinien: C, D, E, F, G
Dieselben Töne auf der G-Saite: Bünde 5, 7, 9, 10 und 12

Zähle Hilfslinien vom System nach außen genauso wie normale Linien und Zwischenräume: C4 sitzt auf der ersten Hilfslinie darüber, D4 im Raum darüber, E4 auf der zweiten Hilfslinie, F4 darüber, G4 auf der dritten Hilfslinie. Sehr hohe Passagen werden manchmal mit einem 8va-Zeichen notiert, das „eine Oktave höher als notiert spielen" bedeutet, um lange Stapel von Hilfslinien zu vermeiden.

Rhythmus lesen

Die Tonhöhe ist nur die halbe Miete beim Lesen. Für Bassisten ist der Rhythmus wohl die wichtigere Hälfte, denn ein falscher Ton im Takt klingt besser als ein richtiger Ton zu spät.

SymbolNameZählzeiten im 4/4-TaktZählweise
Ganze NoteGanze41 2 3 4
Halbe NoteHalbe21 2
ViertelnoteViertel11
AchtelnoteAchtel1/21 und
SechzehntelnoteSechzehntel1/41 e und a

Zu jedem Notenwert gibt es eine Pause derselben Länge. Ein Punkt hinter einer Note verlängert sie um die Hälfte ihres Werts: Eine punktierte halbe Note dauert drei Zählzeiten, eine punktierte Viertel anderthalb.

Praktische Tipps zum Lesen von Bass-Rhythmen:

  • Überfliege zuerst den Rhythmus. Klatsche oder klopfe vor dem Spielen den Rhythmus der ersten zwei Takte und zähle dabei laut.
  • Finde die Zählzeit in jedem Takt. Markiere, wo die Zählzeiten 1 und 3 liegen, besonders bei Bindebögen oder Synkopen.
  • Achte auf die Pausen. Basspartien haben oft Pausen auf dem Backbeat. Den Ton pünktlich zu beenden gehört zum Lesen.
  • Erkenne Muster. Basslinien wiederholen sich oft. Hast du eine Ein-Takt-Figur einmal gelesen, suche sie später auf der Seite wieder.

Eine tägliche Leseroutine

Lesen ist eine Fertigkeit der Wiederholung, keine des Talents. Fünfzehn Minuten jeden Tag schlagen zwei Stunden einmal pro Woche.

  1. Zwei Minuten Flash-Noten. Benenne zufällige Noten im Bassschlüssel so schnell du kannst.
  2. Drei Minuten Griffbrett-Zuordnung. Nenne einen notierten Ton und spiele ihn dann an zwei verschiedenen Stellen des Halses.
  3. Fünf Minuten Blattspiel. Lies neues, leichtes Material, das du nie gesehen hast. Spiele auch bei Fehlern weiter, halte nie an, um einen Ton zu korrigieren.
  4. Fünf Minuten Rhythmus. Lies Rhythmen auf einem einzigen Ton, leere A- oder leere E-Saite, mit dem Metronom.
  5. Einmal pro Woche schreiben. Übertrage eine Basslinie, die du aus der Tabulatur kennst, in Noten auf Notenpapier. Beim Schreiben musst du jeden Ton und jede Pause verstehen.
WerkzeugeNotenlese-TrainerBenenne die Noten im Violin- oder Bassschlüssel so schnell du kannst und steigere deine Lesegeschwindigkeit.

Übungen

  1. Linien und Zwischenräume: Nenne alle Linien und Zwischenräume des Bassschlüssels auswendig und prüfe dich dann mit dem Noten-Trainer.
  2. Leere Saiten: Schreibe die vier leeren Saiten auf Notenpapier, wie sie für Bass notiert werden.
  3. Karte der ersten Lage: Spiele jeden Ton aus der Zuordnungstabelle und sage dabei seinen Namen und seine Position im System.
  4. Zwei Stellen: Finde für jeden notierten Ton von A2 bis C4 einen zweiten Platz auf dem Hals.
  5. Blattspiel: Mache jeden Tag eine Leseübung, beginnend mit Stufe 1.

Verwandte Lektionen: Notensystem und Schlüssel, Notennamen, Notenwerte und Rhythmus, Bass-Grundlagen, Tabulatur lesen, Bass-Groove und Rhythmus, Walking Bass.

Werkzeuge: Noten-Trainer, Griffbrett-Trainer, Metronom.

Übungen: Bassschlüssel lesen 1, Bassschlüssel lesen 2, Bassschlüssel lesen 3, Bass-Griffbrett 1, Bass-Griffbrett 2, Rhythmus 1.

Ausdrucke: Bass-Notenpapier, Bass-Griffbrett mit Noten. Weiter geht es mit dem 8-Wochen-Bass-Pfad für Fortgeschrittene.