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Lektionen · Anfänger

Gitarrengriffbrett Töne lernen: Jeden Ton auf dem Hals finden

Eine bewährte Schritt-für-Schritt-Methode, um in wenigen Wochen jeden Ton auf dem Gitarrenhals zu kennen.

Warum die Töne auf dem Hals lernen?

Wer das Griffbrett kennt, verwandelt Griffformen in Musik. Wenn du weißt, wo jeder Ton liegt, findest du jeden Akkordgrundton sofort, verschiebst Tonleitern in jede Tonart, liest Noten auf der Gitarre und verstehst, was du spielst, statt Muster nur nachzumachen. Die gute Nachricht: Du musst nicht weit über hundert einzelne Positionen nacheinander auswendig lernen. Der Gitarrenhals folgt wenigen einfachen Regeln, und diese Methode nutzt sie so, dass jeder Schritt auf dem vorigen aufbaut.

Schritt 1: das Tonalphabet und seine zwei Lücken

Die westliche Musik verwendet sieben Stammtöne: C D E F G A H, dann wieder C. Zwischen den meisten benachbarten Tönen liegt ein Ganzton (zwei Bünde). Es gibt nur zwei Ausnahmen, bei denen der Abstand ein Halbton (ein Bund) ist:

  • H nach C
  • E nach F

Jedes andere Paar (C–D, D–E, F–G, G–A, A–H) hat einen Bund dazwischen, und dieser Zwischenbund ist ein Kreuz- oder Be-Ton: Der Bund zwischen F und G ist Fis (auch Ges genannt). Wenn du eine Auffrischung brauchst, siehe Notennamen.

Schritt 2: Naturtöne auf der 6. und 5. Saite

Beginne mit den beiden tiefsten Saiten, denn sie enthalten die Grundtöne fast aller verschiebbaren Akkord- und Tonleiterformen.

Bund0135781012
6. Saite (tiefes E)EFGAHCDE

Die 5. Saite verwendet andere Bünde, weil sie bei A beginnt:

Bund0235781012
5. Saite (A)AHCDEFGA

Beachte, wie die Lücken der Alphabetregel folgen: Auf der 6. Saite ist E nach F ein Bund (0 nach 1), und H nach C ist ein Bund (7 nach 8). Auf der 5. Saite ist H nach C 2 nach 3, und E nach F ist 7 nach 8.

Naturtöne auf der 6. Saite: E F G A H C D E
Naturtöne auf der 5. Saite: A H C D E F G A

Verbringe die erste Woche nur mit diesen beiden Saiten. Wenn du jeden Naturton auf der 6. und 5. Saite innerhalb von zwei Sekunden benennen kannst, geh weiter. Kreuz- und Be-Töne kommen dann von selbst: Ein Bund über einem Ton liegt sein Kreuz-Ton, ein Bund darunter sein Be-Ton (G im 3. Bund der 6. Saite bedeutet Gis / As im 4. Bund).

Schritt 3: der 12. Bund setzt alles zurück

Im 12. Bund beginnt jede Saite von vorn, eine Oktave höher. Der 12. Bund hat dieselben Tonnamen wie die leeren Saiten: E A D G H E. Der 13. Bund entspricht also dem 1. Bund, der 15. dem 3. und so weiter. Lernst du die Bünde 0 bis 12, kennst du den ganzen Hals.

Die 1. und die 6. Saite sind beide E und haben deshalb in jedem Bund dieselben Tonnamen. Wenn du die 6. Saite gelernt hast, hast du auch die 1. Saite gelernt.

Schritt 4: Oktavformen tragen Töne auf die anderen Saiten

Kennst du einen Ton auf der 6. oder 5. Saite, lassen dich Oktavformen denselben Ton auf den höheren Saiten finden, ohne zu zählen.

VonNachFormBeispiel
6. Saite4. Saitezwei Saiten höher, zwei Bünde höherG: 6. Saite, 3. Bund → 4. Saite, 5. Bund
5. Saite3. Saitezwei Saiten höher, zwei Bünde höherC: 5. Saite, 3. Bund → 3. Saite, 5. Bund
4. Saite2. Saitezwei Saiten höher, drei Bünde höherE: 4. Saite, 2. Bund → 2. Saite, 5. Bund
3. Saite1. Saitezwei Saiten höher, drei Bünde höherA: 3. Saite, 2. Bund → 1. Saite, 5. Bund
6. Saite1. Saitegleicher Bund, zwei Oktaven höherA: 6. Saite, 5. Bund → 1. Saite, 5. Bund

Die Form dehnt sich um einen Bund, sobald sie die H-Saite überquert, weil die G- und die H-Saite in einer großen Terz zueinander gestimmt sind statt in einer reinen Quarte.

Oktavformen: G (6. auf 4. auf 1. Saite), C (5. auf 3. Saite), E (4. auf 2. Saite)

Es gibt auch eine Oktavform rückwärts: Ein Ton auf der 6. Saite liegt eine Oktave tiefer als der Ton drei Bünde tiefer auf der 3. Saite (A im 5. Bund der 6. Saite = A im 2. Bund der 3. Saite), und ein Ton auf der 5. Saite liegt eine Oktave tiefer als der Ton zwei Bünde tiefer auf der 2. Saite (C im 3. Bund der 5. Saite = C im 1. Bund der 2. Saite).

Schritt 5: Orientierungspunkte

Nutze die Bundmarkierungen als Anker. Diese Spalten lohnt es sich, wie „Wörter" auswendig zu lernen, von der 6. Saite zur 1. Saite:

BundTöne (6. → 1. Saite)
0E A D G H E
3G C F B D G
5A D G C E A
7H E A D Fis H
12E A D G H E

Die Spalte des 5. Bundes ist besonders nützlich, weil dort jeder Ton der nächsten leeren Saite entspricht (außer auf der 3. Saite, wo der 4. Bund das leere H ergibt). Das ist dieselbe Tatsache, die du zum Stimmen nach Gehör nutzt: siehe Gitarre stimmen.

Schritt 6: Tagesübungen (10 Minuten)

Kurze tägliche Einheiten schlagen lange wöchentliche. Wähle jeden Tag zwei oder drei davon.

  1. Ein Ton überall. Wähle einen Ton (etwa C) und finde ihn auf jeder Saite, von der 6. bis zur 1. und zurück, und sprich dabei den Namen laut aus. Nutze das Metronom bei 40 BPM, ein Ton pro Klick.
  2. Saitenwanderung. Spiele und benenne auf einer einzigen Saite jeden Naturton von der leeren Saite bis zum 12. Bund und zurück.
  3. Quartenzirkel. Spiele C, F, B, Es, As, Des, Ges, H, E, A, D, G auf der 6. Saite, dann auf der 5., dann wechsle zwischen den Saiten. Das trainiert gleichzeitig Kreuz- und Be-Töne.
  4. Oktavketten. Finde einen Ton auf der 6. Saite, springe dann mit Oktavformen auf die 4. und 1. Saite und mache dasselbe anschließend von der 5. Saite aus.
  5. Zufallsquiz. Nutze den Griffbretttrainer zwei Minuten lang und notiere deine Punktzahl und Geschwindigkeit.
  6. Akkordgrundtöne. Spiele einen Barréakkord in E-Form mit dem Grundton auf einem beliebigen benannten Ton der 6. Saite und einen Barréakkord in A-Form mit dem Grundton auf der 5. Saite.
Jedes C auf dem Gitarrenhals vom 0. bis zum 12. Bund

Ein Vier-Wochen-Plan

WocheSchwerpunkt
1Naturtöne auf der 6. und 5. Saite, die Regel des 12. Bundes
2Kreuz- und Be-Töne auf der 6. und 5. Saite, die 1. Saite (wie die 6.)
3Oktavformen auf die 4., 3. und 2. Saite; Orientierungsspalten
4Zufallsübungen auf allen Saiten; Töne in Tonleitern und Akkorden benennen, die du schon spielst

Das entspricht dem 4-Wochen-Pfad Griffbrett, der dir einen Tag-für-Tag-Plan gibt.

Üben

  1. Fülle ein leeres Griffbrett-Diagramm aus dem Gedächtnis aus und vergleiche es dann mit der Übersicht der Töne auf dem Griffbrett.
  2. Bearbeite das Griffbrett-Arbeitsblatt Stufe 1 (Saiten 6 und 5), dann Stufe 2 (alle Saiten).
  3. Übe die Oktavformen im Skalen-Explorer, indem du einen einzelnen Ton über den ganzen Hals anzeigen lässt.
  4. Benenne jedes Mal, wenn du eine neue Tonleiter oder einen neuen Akkord lernst, die Töne auf dem Hals, statt nur die Form auswendig zu lernen.

Verwandte Lektionen: das CAGED-System, Pentatonik und Blues-Tonleitern, Intervalle, Tabulatur lesen und Bass-Grundlagen. Bassisten können die Übersicht der Basstöne mit derselben Methode nutzen: Die Basssaiten sind E A D G, dieselben Tonnamen wie die vier tiefsten Gitarrensaiten (eine Oktave tiefer).